Antje Detken
Craniosacral Therapie
Mühleberg-/ Spittelstrasse 9
8910 Affoltern a/A

ANWENDUNGSBEISPIEL: INFORMATIONEN ZUR SCHLEUDERTRAUMA-THEMATIK

Haben Sie kürzlich einen Sturz oder Unfall erlitten oder leiden schon länger an den Folgen? Sind Sie entmutigt, weil die bisherigen Therapieversuche nicht den gewünschten Erfolg brachten?

Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen, sie bereits an dieser Stelle mit einem statistischen und erfahrungsgestützten Untersuchungsergebnis vertraut zu machen: Nur ein Viertel der Verletzten hat Beschwerden. Von diesen 25% heilen 60-70% spontan aus, d.h. sie sind nach wenigen Wochen oder Monaten wieder symptomfrei. Nur sehr wenige Betroffene haben länger als ein Jahr oder sogar ein Leben lang Probleme. Machen sie sich als Verletzte(r) also bewusst: Sie haben gute Chancen, nach einer fachspezifisch begleiteten Regenerationsphase wieder mit Lebensfreude und Leistungsfähigkeit in ihren Alltag zurück zu kehren!

Der Unfallmechanismus

Das auffällige – und wohl verunsichernde an dieser Whiplash- Problematik ist, dass es nicht sehr viel Kraft/ Geschwindigkeit zur Schädigung der Halswirbelsäule (im nachfolgenden „HWS“ genannt) braucht. Unter Umständen reichen 2.5g (Gravitations-Kraft-Einheit) für eine Verletzung aus. Das liegt an der speziellen Beweglichkeit und muskulären Führung unseres oberen Wirbelsäulenabschnittes. Entgegen der heute verbreiteten Meinung ist der Verletzungsmechanismus nicht ein Vor- und Zurückschleudern des Kopfes gegen den Hals, sondern eine S-förmige Verschiebung mit Überstreckung in der unteren HWS, bereits 75ms nach dem Aufprall (Grauer, Panjabi, Cholewicki, Nibu, Dvorak, 1998).

Einwirkungen der persönlichen Lebenssituation

Je unvorbereiteter uns diese Kraft trifft und womöglich noch in einer ohnehin schon angespannten Lebenssituation (Familie, Beruf, vorbestehende Erkrankungen…), desto mehr Geduld kann es bei der Ausheilung der Symptomatik brauchen. Wir benötigen dann vielleicht mehr Zeit, um unsere Ressourcen zu stärken und unsere Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Was wir gemeinsam tun können

In den letzten Jahren haben sich in verschiedenen Behandlungsmethoden spezielle Konzepte zur Therapie des Nackentraumas entwickelt. Mich hat diese Thematik schon lange interessiert und ich habe mich deshalb verstärkt in den Bereichen

  • Craniosacral Therapie
  • Physiotherapie
  • Traumabehandlung

auf Behandlungen für Menschen mit Schleudertrauma spezialisiert. Meiner Erfahrung nach gibt es gute Genesungsverläufe bei Berücksichtigung der Aspekte dieser Methoden. Bei der nachfolgenden Beschreibung möchte ich sie darauf hinweisen, dass es sich hier nur um eine übergreifende Darstellung handelt. Selbstverständlich geht eine Therapie mit einer individuellen Bedürfnisabklärung und Planung einher.

Phasen der therapeutischen Begleitung

Akutphase, unmittelbar bis ca. 6 Wochen nach dem Unfall/Ereignis

Nach einer sorgfältigen Untersuchung und Dokumentation der Beschwerden durch ihren Arzt gelten in der Therapie folgende Richtlinien:

  • Information des Patienten über den Heilungsverlauf, Bedürfnisabklärung.
  • Sie als Patient formulieren ihre Zielsetzungen für den Heilungsverlauf.
  • Keine direkte Behandlung an der HWS, um zusätzliche Retraumatisierung zu vermeiden und geschädigtes Gewebe in Ruhe heilen zu lassen.

Ein weicher Halskragen wird nach den aktuellen Richtlinien zur Schleudertraumabehandlung nicht mehr verordnet, ist u.U. sogar kontraproduktiv. Sollten sie aber trotzdem das Bedürfnis verspüren, sich so zusätzlich eine gewisse Zeit zu stützen und zu schützen, fühlen sie sich frei! (Harte Halskragen werden nur bei knöchernen Verletzungen und Luxationen abgegeben und dann sind sie vermutlich zunächst stationär betreut.)

Behandlungsaspekte:

  • Entspannungstechniken (z. B. Craniosacral Therapie)
  • Bewusstwerden von Ressourcen und diese täglich anwenden
  • Moderate aktive Therapie bzw. Unterstützung in ihrem aktiven Alltag
  • Medikamente, nach Absprache mit dem Arzt, zu Beginn evtl. hochdosiert

Subakute Phase, ab 6 Wochen bis ca. 3 Monate nach dem Unfall/ Ereignis

  • Untersuchungen durch Therapeut (oder Arzt) zur Abklärung von Dysfunktionen der HWS und Brustwirbelsäule (im nachfolgenden „BWS“ genannt), evtl. Konditions- und Koordinationstests und Erstellen eines neuen Behandlungsplanes mit Interventionen an den eingeschränkten Strukturen.
  • Z.B. Craniosacral Therapie zur Entspannung und Mobilisation der tiefliegenden Körperfaszien
  • Ressourcen erkennen und täglich pflegen
  • Aufbau eines Heimprogramms zur Stabilisierung der HWS

Chronische Phase ab 3 Monate nach dem Unfall/Ereignis

  • Erfahrungsgemäss stehen zu diesem Zeitpunkt meistens die Einschränkung ihrer Aktivitäten im Vordergrund und nicht Funktionseinschränkungen in den Wirbelsäulenabschnitten. Hier werde ich als ihre Therapeutin mit ihnen nach den Ursachen suchen und den Therapievorschlag entsprechend anpassen. Bedeutend ist zu diesem Zeitpunkt, dass sie klar ihre Genesungsziele selber formulieren können und selbständig oder mit mir (Therapeut) eine Erfolgskontrolle durchführen. Das kann z.B. in Form eines Tagebuchs geschehen.
  • Häufig erweist es sich als geeignet, mit einem Aufbautraining an Geräten in der chronischen Phase zu beginnen. Das hilft ihnen, bei entsprechend an sie angepasstem Niveau, widerstandsfähiger und belastbarer zu werden. Seien sie unbesorgt: auch wenn das nicht ihre Lieblingssportart ist, sie werden sich damit ebenfalls auf ihren Wunsch- Sport vorbereiten!
  • Craniosacral Therapie unter o.g. Aspekten
  • Ressourcen erkennen und täglich pflegen

Ich hoffe, ihnen mit diesen Informationen ein wenig Mut gemacht zu haben. Es ist mir ein Anliegen, dass sie auch und gerade trotz der vielen Schwierigkeiten, die auf einen Nackentrauma-Patienten zukommen könnten, voll Vertrauen in ihre innewohnende Gesundheit an einen Heilungsprozess glauben. Ersetzen sie Zweifel durch Glauben und übernehmen sie Verantwortung für ihren Genesungsprozess! Sie haben immer viele Möglichkeiten, Ihre Situation zu verbessern!

Quellen:

  • Fortbildung „Physiotherapie bei Schleudertrauma“, Maarten Schmitt, Kursleiter
  • Dipl. PT, Dipl. Man. Th., Master of Science, Uni. Utrecht
  • Fortbildung „Craniosacrales Heilen bei Schleudertrauma“, Rein van der Laan
  • Dipl. Physiotherapeut, Craniosacral Therapeut, Lehrer Internat
  • School of Biodynamic Craniosacral Therapy
  • Fortbildung „Traumaheilung“, Dr. Chandana Becker

Für weitere Fragen wenden sie sich bitte an:
Antje Detken
Komplementärtherapeutin OdA KTTC
Methode Craniosacral Therapie
Dipl. Physiotherapeutin

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